Kategorie: Interviews

Ryan Hall’s erster Blackbelt Joseph “Seph” Smith im Exklusivinterview über das Geheimnis des Bodenkarate

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Seph Smith im 50/Fifty Jiu Jitsu Gym

Seph Smith ist Ryan Halls erster Blackbelt und bekannt aus vielen Lehrvideos von Ryan. Nach vielen Jahren gemeinsamen Trainings eröffnet Seph Smith nun sein eigenes Gym und begibt sich auf eine Seminar Tour durch Europa. Wir haben uns den sympathischen BJJ-Technik-Zauberer deshalb für ein Interview geschnappt. (english version <—)

Für alle die Dich bisher noch nicht kennen, gib uns doch mal eine kurze Einleitung über Dein Leben mit BJJ.

Hi, mein Name ist Seph Smith und ich bin ein BJJ-Black Belt unter Ryan Hall. Aktuell unterrichte und trainiere ich bei Fifty/50 BJJ in Falls Church, Virginia und werde im Juni in Richmond, Virginia meine eigene Akademie „Upstream BJJ“ eröffnen.

Du bist schon sehr lange im Kampfsport aktiv, erzähl uns doch von Deiner Reise durch die unterschiedlichen Kämpfkünste und welche Stile Du schon trainiert hast?

Mit dem Training habe ich im Februar 2001 begonnen. Als ich anfing hatte ich noch keine Ahnung welchen Kampfsport ich nehmen soll, ich wollte einfach irgendwas trainieren. Die Schule in der ich anfing hieß Prodigy Martial Arts und war in Richmond, Virginia. Sie boten so ziemlich jeden Kampfort an den es gibt, mehr als ich jemals wieder an einem Ort versammelt gesehen hab. Sie hatten JKD Stunden, Kali, Muay Thai, Kung Fu und BJJ. Ich fing mit allen an, aber schon nach kurzer Zeit hat mich Grappling am meisten fasziniert und ich habe nur noch BJJ trainiert.

Mein erster Trainer war Dave Womack, der zu dieser Zeit ein purple Belt und Lloyd Irvin war. Ich habe in Richmond von 2001-2005 trainiert und bin regelmäßig zu Lloyd gefahren um dort zu trainieren. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich Vollzeit trainieren und habe Lloyd gefragt, ob ich in seinem Gym arbeiten kann. Er bot mir einen Job als Trainer an und in seiner Schule zu trainieren und so zog ich im November 2005 nach Maryland. Ich trainierte dort von 2005-2008 und verließ danach Lloyds Hauptgym und trainierte mit einem seiner Partner, wo ich fast jeden Tag mit Ryan Hall trainierte. In dieser Zeit machte ich die größten Sprünge in meinem Skill, da ich mit Ryan so regelmäßig trainieren konnte. Im Januar 2009 entschied sich Ryan dazu Lloyd Irvins Team zu verlassen und ich ging mit ihm. Ryan gründete Fifty/50 BJJ und ich half ihm dabei das Gym aufzubauen und haben bis dahin mit ihm trainiert.

Diesen Sommer eröffne ich meine eigene Akademie „Upstream BJJ“ in meiner Heimatstadt Richmond, Virginia. Über die Jahre habe ich in BJJ, Sambo, Judo, NoGi Grappling, MMA und XXXTreme Ground Karate an Wettkämpfen teilgenommen.

Du bist nicht nur ein Black Belt im BJJ, sondern hast auch einen 2. Level Blackbelt im Sambo. Wie überträgt sich Dein Sambo auf das BJJ?

Sambo Kämpfer sind sehr geschickt im Judo, was ein wichtiger Skill für das BJJ ist. Natürlich sind sie auch für Ihre Leg Locks bekannt, die unglaublich nützlich – und von den meisten BJJler untertrainiert sind. Diese Techniken können ein mächtiger Hebel gegen jemanden sein, der ansonsten auf gleichem Level oder besser ist als Du.

Ist Sambo Training für BJJ Kämpfer gut?

Nicht unbedingt, aber Takedown und Leg Locks sind wichtig für jeden.

Wir haben uns ein paar Deiner Kämpfe und Trainingsvideos für bjjstyle angeschaut und sahen eine große Bandbreite an verschiedenen Angriffstechniken. Wie würdest Du Deinen Stil bescheiben? Was sind Deine Spezialitäten und Lieblingsmoves?

Ich mag es im Stand zu spielen. Ich liebe Fußfeger oder Judo und ich würde sagen, dass ich die Top-Position vorziehe, aber mich auf dem Boden genauso wohl fühle. Mein Stil? So smooth und nicht spastisch wie ich nur sein kann, und ich versuche immer mehr an meiner Fähigkeit zu arbeiten so wenig wie möglich Gewalt zur Kontrolle meines Gegner zu verwenden, damit ich wie irgendwann wie ein 3 zehiges Faultier grapple. Hebelwirkung ist der Schlüssel zum Faultier-Jitsu.

Was ist Dein größter Erfolg auf der Matte?

Ehrlich gesagt nehme ich schon seit einer langen Zeit an BJJ und Grappling Wettkämpfen teil und habe auch hier und da mal was gewonnen, viele IBJJF Medaillen kann ich aber nicht vorzeigen. Ich war zweiter bei den Pan Ams im Brownbelt Master in 2011 und habe einige NAGA, Grapplers Quest und US Grappling Titel gewonnen. Einer meiner besseren Siege der letzten Jahre war über Alberto Crane bei den ADCC Trials 2012. Ich habe eine menge Kämpfe auf die ich stolz bin, aber mein größter Erfolg ist die Eröffnung meiner eigenen Akademie in meiner Heimat.

In den letzten 6 Jahren hast du zusammen mit Ryan Hall bei Fifty/50 BJJ trainiert und unterrichtet. Wie schwer war die Entscheidung diese gewohnte Umgebung aufzugeben und zu neuen Ufern aufzubrechen?

Es war schon immer mein Traum eine eigene Akademie in meiner Heimatstadt zu haben und es ist etwas worüber ich schon viel mit Ryan über die Jahre geredet habe. Die Chance zu haben ein Teil von Fifty/50 BJJ zu sein und in einem großartigen Gym mit Freunden wie Ryan und Jen Hall und der restlichen Crew zu arbeiten, war unglaublich. Aber ich werde diese Jahr 35 und es ist Zeit nach Hause zurück zu kehren und in die nächste Phase meines Lebens einzutreten und mein eigenes Gym zu eröffnen. Was wie ich zugeben muss gleichzeitig verdammt aufregend, aber irgendwie auch ein bisschen angsteinflößend ist.

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Seph Smith auf der Matte

Du hast gesagt, dass Du jetzt auf eine Seminar Tour durch Eurpa gehst. Worauf freust Du Dich hierbei am meisten?

Mann, ich war im Dezember für 2 Wochen in Europa und hatte eine großartige Zeit. Ich habe ein paar Seminare in England gegeben und eins in Amsterdam. Es war soviel Spaß und ich habe eine Menge wirklich tolle Menschen kennen gelernt. Worauf ich mich am meisten freue ist Amsterdam und die ganzen Desserts die Du an jeder Straßenecke bekommst. Stroopwaffels, Donuts und Pancakes Baby! Aber ich freue mich auch darauf neue Länder zu sehen und die Europäische BJJ Community besser kennen zu lernen.

Wie sieht denn Dein bisheriger Reiseplan aus? Wo wirst Du überall Seminare halten?

Ich werde 3 Seminare in Island vom 13-18 Mai geben, Amsterdam BJJ am 23. Mai, Basingstoke in England am 25 May und Paderborn in Deutschland am 29-30 Mai, am 31. dann Milton Keynes in England und in Liverpool. Hoffentlich kommen noch ein paar Termine dazu, wer Interesse hat erreicht mich unter sephsmithbjj@gmail.com, Seph Smith auf Facebook. Oder im Moment noch unter der academy info@5050bjj.com

Auf der Fifty/50 Seite steht, dass Du viel Erfahrung und Wissen im Coaching, persönlichen Training und Lehrplan Entwurf hast. Wie würdest Du Deine Coachingstil beschreiben?

Bewegung vor Bewegungen (movements over moves). Dich richtig zu bewegen und in unterschiedlichen Positionen Wechsel zu vollziehen ist der Schlüssel. Meine Schüler sollen sich gut bewegen und auf Moves antworten können. Wir haben alle schon mit Menschen gerollt die sich nicht gut bewegen und an jedem Griff reißen, den sie bekommen und ich versuche genau das zu minimieren, indem ich allgemeingültige Konzepte aufzeige, damit Du Drehmoment und Druck in verschiedenen Positionen durch Hebelwirkung aufbauen kannst.

Was machst Du außerhalb der Matte?

Hmm, ich bin aus ‘merica also mag ich es zu schießen, Kunst zu machen, meine Katze wie einen Löwen rasieren und Netflix gucken.

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Löwenhaarschnitt für die Katze und Pistolen, @sephwillkillyou auf instagram

Hotshots:

Lieblingsguard? Reverse De La Riva
Katzen oder Faultiere? Hmmm, das ist eine schwere Frage, aber ich muss Faultiere sagen
Bester BJJ Kämpfer aller Zeiten? Tank Abbott
Süßigkeiten ider Fastfood? Sauere Süßigkeiten, aber lasst die Finger vom Palmöl, da der Konsum davon den Lebensraum der großartigen Orang Utans zerstört.
Lieblingsmove im BJJ? Nichts ist so befriedigend wie ein guter Fußfeger

Gibt es noch eine Frage die wir Dir hätten stellen müssen?

Was ist das Geheimnis des Boden Karate? – Kraftvolle KIAIS mit jedem Shrimp.

Vielen Dank für Deine Zeit und viel Glück bei Deiner Europatour!

Danke

“Die üblichen Halfguard Fehler” mit Oliver Geddes [Video Interview]

GP Half Guard OllieDu hast Probleme mit der Halfguard und weißt einfach nicht was du falsch machst? Dann findest du dich vielleicht in diesem Video wieder und der BJJ Schwarzgurt und IBJJF Wettkämpfer Oliver Geddes kann dir bei deinen Problemen helfen. Im zweiten Teil des Interviews (Teil 1 findest du hier) widmen wir uns der Halfguard. Im Anschluss an das Interview hat Oli noch eine schöne Bonus Technik für euch. Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Interview und danken Oliver Geddes für das Interview (gefällt mir -> Oliver Geddes Facebookseite)

“Ich genieße das Leben einfach zu gerne”, Interview mit Gökhan Aydin über seinen USA BJJ Trip und das Jahr 2014

Gökhan Header

Die Ausbeute eines erfolgreichen USA Trips J für Gökhan Aydin

Sieben mal gewann Gökhan Aydin im Jahr 2014 Edelmetall bei IBJJF Turnieren auf der ganzen Welt. Darunter auch bei den Europeans, den Worlds und den Pan Ams. Ein Großteil der Medaillen gewann er in knapp einem Monat und bereiste dafür die USA und kurz darauf Großbritannien. Wer ihm bei Facebook folgt ist sicher gut informiert über die Ereignisse im letzten Jahr. Wir wollten dennoch mehr wissen und haben ihn zu seinem USA Trip sowie seinen Anfängen im Kampfsport befragt. Viel Spaß mit dem Interview und danke an Gökhan für das Beantworten unserer Fragen.

Hallo Gökhan. Bevor wir loslegen stell dich bitte mal all unseren Lesern vor die noch nichts von dir gehört haben.

Gökhan Aydin, Headinstructor der European Krav Maga Organization, Veranstalter von No Compromises Fighting Championship, der Deutschen Amateur MMA Meisterschaften, den Norddeutschen Meisterschaften BJJ und des Iron Warrior. Seit Sommer letzten Jahres bin ich Purplebelt, wohne seit kurzem in Hamburg und starte zukünftig für die Groundfighters Hamburg unter Samuel Sanvicente.

Aktuell räumst du ja im Nogi BJJ ordentlich ab, wie bist du zum Grappling gekommen und wo hast du dich (sportlich gesehen) davor rumgetrieben?

Puuuhhhh, also angefangen habe ich mit 5 Jahren im Shotokan Karate, danach Taekwondo, Kick- und Thaiboxen, Ju Jutsu, Judo, Wing Tsun, Krav Maga, BJJ, Luta Livre und neuerdings auch Sambo. Zum Grappling bin ich damals über ein Bundesseminar in meiner Vorbereitung zum ersten oder zweiten Dan beim Ju Jutsu gekommen. Joe Thumfart hat dabei Leg Locks aus dem BJJ und Luta Livre gezeigt. Das hat mir soviel Spass gemacht! Da ging es genau dort weiter, wo es beim Judo in den Wettkämpfen aufhörte und worauf ich richtig Bock hatte. Also Zuhause gleich an den Rechner gesetzt, gesucht, telefoniert und kurze Zeit später habe ich dann beim Andreas „Andyconda“ Schmidt in Köln an der Basic-Seminarreihe im Luta Livre teilgenommen und bei Gracie Barra Caveirinha in Hamburg mit BJJ an gefangen. Wenige Monate später ging es dann auch für 5 Wochen nach Brasilien zur Carlson Gracie Academy. Und nach wie vor habe ich unheimlich Lust auf den Bodenkampf.

Jeder der dich kennt, oder zumindest mal auf Google gestalked hat, weiß, dass du nicht nur als Kämpfer aktiv im Kampfsport bist. Bei was für Projekten hast du mitgewirkt und auf was können wir uns in 2015 freuen?

Oh, das ist einiges. Eingangs habe ich ja schon einpaar Sachen aufgezählt. Dieses Jahr stehen auf jedenfalls schon mal fest.

  • Zum achten Mal die Norddeutschen Meisterschaften im BJJ in Hamburg (07./08. Februar)
  • Kimono Wars im Mai, was wir zum ersten Mal veranstalten. Ein BJJ-Turnier im Gi, welches nach den IBJJF-Regeln und Klassen gekämpft wird. Allerdings geht es in den ersten 10 Minuten um die Submission. Keine Punkte! So können die Kämpferinnen und Kämpfer sich, ohne zu taktieren und ein Punktspiel zu betreiben, voll und ganz auf die Finalisierung ihres Gegners konzentrieren. Erfolgt keine Submission, gibt es einen Break von 60 Sekunden und danach wird bis zum Golden Point gekämpft. Die Finalkämpfe werden 20 Minuten dauern.
  • Iron Warrior im Herbst. Ein NoGi-Submission-Only-Turnier. Keine Punkte, keine Zeit!
  • Die Krav Maga Basic-Seminarreihe und Instructorausbildung der EKMO in Hamburg
  • In der Planung sind noch die nächsten Deutschen Amateur MMA Meisterschaften in Erfurt und die Norddeutschen Meisterschaften im Sambo in Hamburg sowie die eine oder andere Hausgala im Hammer Gym in Hamburg.. Mal schauen, was da noch so kommt und passiert.

Nogi World Championchips

Wettkampftechnisch sah es dieses Jahr ja super für dich aus. Der 2te Platz bei den London Open, 1ster bei der IDM, 2x Gold bei den Pan Ams und Gold & Bronze bei den Nogi Worlds. Und all das in nur etwas mehr als einem Monat. Wie hast du die Zeit wahrgenommen und wie zufrieden bist du mit deinen Leistungen?

Hinzu kommt noch Gold und Silber bei den European NoGi Championships und Gold bei der Rome Open im Gi sowie der dritte Platz bei der Internationalen Deutschen Sambo-Meisterschaft, auch bekannt als Germaniade.
Ich hatte mir als Vorsatz für das Jahr 2014 die Starts bei den Euros, den Pan Ams und den Worlds im NoGi vorgenommen. Schlussendlich ist es besser gelaufen, als ich je gedacht hätte. Dafür bin ich dem Herrn und allen, die mir dabei geholfen haben, unendlich dankbar. Ich hatte mächtig viel Spass, bin größtenteils heil geblieben und habe viel gelernt.
Dieser intensive Zeitraum, den Du beschrieben hast, hat tatsächlich gut geschlaucht und am Ende war ich „auf“. Deshalb habe ich auch einpaar Wochen Pause gemacht, meine Wehwehchen kuriert und mich auf andere Sachen konzentriert. Über meine Siege habe ich mich sehr gefreut, ganz klar. Insbesondere bei den großen drei IBJJF-Veranstaltungen. Da ich sehr ehrgeizig bin, habe ich mich auch hier über den einen oder anderen Fehler geärgert. Aber am meisten habe ich durch meine Niederlagen gelernt. Etwa in der Open Class bei den Rome Open, bei dem ich im Kampf vor den Treppchen-Plätzen meinen 40kg schwereren Gegner zu Boden gebracht, seine Guard passiert und mir die Backmount geholt habe. Da führe ich nach Punkten und statt zuerst die Position zu sichern, verliere ich einen Hook bei dem Versuch, ihn zu submitten…
Tja, daraufhin wurde ich von ihm submitted und das wurmt mich noch heute. Den ersten Platz hat er sich dann auch geholt. Na ja, dafür passiert mir das wohl nicht mehr.
Was ich aber auch sehr schön fand, war der Zuspruch von diversen anderen Sportlern aus der Szene. Egal, ob es die Glücks- und Erfolgswünsche vor oder nach den Kämpfen waren oder Telefonate und Chats via Facebook und WhatsApp, um mich aufzubauen und zu motivieren. Ich war ja nun doch ziemlich nervös. Und zum Teil von Leuten, mit denen ich nicht wirklich eng befreundet bin, sondern nur von Turnieren oder Seminaren kenne.
Sport verbindet so ungemein und das fand ich wirklich sehr schön!

Nach deinen Wettkämpfen sieht man die Medaillen bei dir auf Facebook meist neben kulinarischen Leckerbissen, Kalorienbomben oder feinen Zigarren. Erkennen wir Hobby Sherlocks da ein Muster oder ist das alles nur Zufall?
Ich genieße das Leben einfach zu gerne. Man lebt nur einmal und da sollte man auch Spass haben. In den Tagen vor den Kämpfen habe ich gerne meine Ruhe und versuche mich, nur darauf fokussieren. Verbunden mit der nötigen Diät bin ich dann auch entsprechend schlecht gelaunt und nervös bis kurz vor den Kämpfen. Nach einem Turnier gönne ich mir deshalb gerne etwas Gutes. Und da ich auf Food Porn stehe, kommt immer als Abschluss ein Post-Competition-Essen samt Medaille auf den Tisch.

Gökhan Steak

Food Porn + Nogi IDM Medaille

 

Für die Pan Ams und die Worlds hat es dich ja nach Amerika verschlagen. Wie kam es zu der Entscheidung den langen Weg auf dich zu nehmen und wo warst du alles unterwegs?

Wie gesagt, die Entscheidung ist schon 2013 gefallen, an diesen Turnieren teilzunehmen. Ich hatte bereits 2011 bei den Euros in Lissabon im Gi gekämpft und eine Silbermedaille in der Open Class der Bluebelts mit nach Deutschland gebracht. Und ich wollte gerne bei den anderen großen Turnieren ebenfalls ran.
Im Finale der Open Class bei den Euros hat Ezekiel meinen Kampf geschiedst. Ich hab dann kurz vor Ende per Submission verloren. Ezekiel meinte dann, dass es ein schöner Kampf gewesen sei und ich mir keinen Kopf machen solle. Immerhin sei mein Gegner amtierender Weltmeister in unserer Klasse. Er hat mir dann auch empfohlen, bei den Worlds anzutreten und somit stand der Entschluss dann endgültig fest.
Und genauso ist auch die weitere Wettkampfplanung. Da gibt es noch einige Turniere, bei denen ich gerne an den Start gehen will.
Gerade die Pan Ams und die Worlds waren ein ganz schöner Ritt. In einem Abstand von nur einer Woche auf den beiden Turnieren zu kämpfen, die ganze Fliegerei. Ich bin eine Woche vor den Pan Ams nach New York geflogen, um mich zu akklimatisieren.
Direkt in der Nähe von meinem Hotel war ein Renzo Gracie Gym (New Jersey) und die haben mich da total herzlich aufgenommen und die Trainingseinheiten, an denen ich teilgenommen habe, auf mich zugeschnitten. Die fanden das cool, dass ein „Crazy German“ den weiten Weg für 2 Turniere auf sich nimmt.
2 Tage nach den Kämpfen ging es dann zu meinem Freund Daniel Schoenbrod nach Fresno, wo ich einige Tage entspannen durfte. (Herzlichen Dank nochmal für die ganze Betreuung Daniel!) Anschließend sind wir am Vortag der Kämpfe nach Los Angeles gefahren. So hatte ich nicht diesen direkten Zeitunterschied zwischen Deutschland und Los Angeles, sondern zuerst New Yorker Zeitzone, dann Fresno und schlussendlich die Zeitzone von Los Angeles. So hat mich der Jetlag nicht so hart erwischt und ich konnte ausgeruht in die Kämpfe.
Die Begegnungen bei den Pan Ams waren zwar anstrengend, aber zum Glück ohne jegliche Verletzung. Somit konnte ich nach einigen Tagen Ruhe auch gut in die Worlds in L.A. starten.
Alles in allem war es eine sehr schöne Erfahrung. Auch, die ganzen großen Namen des Sports zu sehen. Leider war der Trip viel zu kurz. Aber Amerika wird mich wiedersehen!

Nach der IDM ging es für dich ja wieder direkt weiter nach London. Wie findest du die Zeit für die ganzen Trips und was sagt dein Chef dazu?

Ganz einfach: Ich nehme sie mir! Und glücklicherweise bin ich mein eigener Chef. Abgesehen von meinem BossBeagle, den einige Leser sicherlich entweder über Facebook oder von dem einen oder anderen Event kennen.
Ist natürlich scherzhaft gemeint, aber Hundebesitzer können das nachvollziehen. Beim Planen eines solchen Trips muss auch die Unterbringung des Hundes miteingeplant werden. Und das ist nicht immer einfach. Daher auch ein großes Danke an jeden, der in solchen Zeiten Nika bei sich aufnimmt.

Gökhan Worlds

Nogi Worldchampionschips, Foto by Gökhan

Wenn du die IBJJF Turniere im Ausland mit den Grappling Turnieren hier in Deutschland vergleichst, wie schneiden wir ab und wo herrscht deiner Meinung nach noch Verbesserungsbedarf?

Am Ende kochen auch die großen Veranstaltungen nur mit Wasser. Natürlich waren die Pan Ams und Worlds super organisiert. Aber spätestens bei den Open Classes kamen auch hier die üblichen Wartezeiten und der Durchblick ging durchaus schon mal verloren. Bei den Pans kamen wir mit über 2 Stunden Verspätung an den Start, als ursprünglich angesagt.
Dennoch habe ich viele Ideen und Verbesserungsmöglichkeiten für meine eigenen Veranstaltungen mitgenommen. Organisatorisch ist das nochmal ein ganz anderes Level zu den hiesigen Veranstaltungen. Hier besteht echt noch Nachholbedarf, aber wir sind auf einem guten Weg.
Rückblickend auf 2014, an was erinnerst du dich gerne und was würdest du lieber schnell wieder vergessen?
Das ist wirklich easy! No Compromises 3 in Bremen an meinem Geburtstag und das Doppel-Gold bei den Pan Ams.
Von allem anderen habe ich gelernt.

Aktuell bist du ja wieder auf deutschem Boden, wie läuft das Training aktuell und was steht bei dir für die nächsten Monate auf deiner sportlichen To-Do List?

Ich hatte einige Wochen Pause und musste eine Verletzung auskurieren. Als nächstes will ich bei den Germany National Pro Jiu Jitsu Championship starten. Außerdem will ich bei den Spartan Races starten und bin schon bei einigen Wettkämpfen im Schießen angemeldet. Hab ja noch einpaar mehr sportliche Interessen, als Grappling.
2 andere Grappling-Turniere habe ich auch schon im Visier, aber da muss jetzt erstmal die Planung her, ob das mit meinen anderen Verpflichtungen realisierbar ist.

Gökhan Pan Ams 2

Die erste Goldmedaille für Gökhan bei den Pan Ams

Zum Abschluss ein paar Quickies
Mister Miyagi oder Cobra Kai?
Mister Miyagi!
Guardpull oder Takedown?
Ich kann bis heute keinen Guardpull!
Pizza oder Pancake?
Cowabunga! Und danach die Pancakes!
Star Wars oder Marvel?
Ich hätte Cookies für Dich da 😉 Du musst nur ja zur dunklen Seite sagen! Ich liebe beides, aber Star Wars doch einen Tick mehr.
Lieblingsbeschäftigung wenn du nicht auf der Matte bist?
Zeit mit meiner Freundin verbringen, mein Beagle, mit Freunden etwas unternehmen, Essen, Kino, Zigarren, irgendwas anderes an Sport

Welche Frage hätten wir Dir noch stellen sollen? Und was ist die Antwort?

Keine Ahnung, aber die Antwort wäre auf jedenfall 42!

Vielen Dank für das Interview, das letzte Wort gehört natürlich dir. 

Danke ebenfalls! Nochmals ein ganz, ganz großes DANKESCHÖN an alle, die mir in der Vorbereitung geholfen haben. Trainern als auch Trainingspartnern oder anderen Helfern und Begleitern. Allen voran Phillip Mahnke, Samuel Sanvicente und Oliver Schmitz!

“Don´t define yourself too early” – Oliver Geddes Interview [Video]

Oli Geddes

Oliver Geddes im CSA.dk Gym in Kopenhagen

In nur wenigen Tagen ist es soweit und Oliver Geddes wird beim BJJ Superfight Event “Polaris” gegen AJ Azgazarm kämpfen. Vor einigen Monaten haben wir den BJJ Schwarzgurt interviewt und mit ihm über seine Half Guard, sein Training und seine Tipps für “junge” Grappler die ihren eigenen Stil versuchen zu finden gesprochen. Das Resultat sind zwei Video Interviews. Das erste ist mit diesem Beitrag online gegangen, während der zweite Teil in einigen Tagen veröffentlicht wird. Im zweiten Teil könnt ihr euch auf “die häufigsten Fehler in der Half Guard” und eine nette Transition von der Half Guard in den Omoplata freuen.

Wir bedanken uns herzlichst bei Oliver  Geddes für das Interview und würden uns freuen wenn ihr seine Facebook Seite liked und besucht.

https://www.facebook.com/oliver.geddes

“There is no secret, just hard training” – Interview with Francisco “Sinistro” Iturralde [english]

Sinistro Header

Interview with 3 times World and Pan American Champion Francisco “Sinistro” Iturralde

At this years “BJJ Globetrotter Summercamp” in Kopenhagen we got the chance to meet and learn from Francisco “Sinistro” Iturralde, 3 times world and pan american champion from ecuador. In his classes he taught with great detail and an always happy attitude. Nonetheless he pushed everybody to his limits, either by rolling with them or guiding them through a tough post training capoeira workout. We talked to him about his goals, his training and about the necessary trades you´ll need to succseed. You can find the german version right here <–

Let´s start with a small introduction. Can you please introduce yourself to our readers in a few sentences?

My name is Francisco Iturralde, 22 years old black belt. Representing Alliance Ecuador and currently training under master Cobrinha in Los Angeles.

You trained in Ecuador, Miami and NYC. Where do you currently train and teach?

I had the great opportunity to move to LA, which is the meca of bjj and i´m living the competitor lifestyle training at cobrinha’s alliance school in California

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“Sinistro” at the CSA.dk Gym in Kopenhagen

Last year you received your black belt, what does it mean to you to get your blackbelt?

It means the start of a dream, as a kid who grew up in the sport is a great feeling of happiness and realizarion to finally fight with the best guys in the sport.

You competed several times at blackbelt, in which way does the blackbelt competition differ from your previous tournaments?

Mostly experience, black belts have been on the game for a while, old dogs now better but shortly i´m closing that gap by competing as much as i can

Coming from ecuador, how important is it for you to represent your country in competition?

It is not only about a country, a team or ego. I do it because I love it and not really trying to put a tag on myself. im blessed to be in the best team in the world and for being raised in such an amazing place, but at the end of the day God gives me the tools and i make my best for myself.

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“Sinistro” spreading his knowledge at the bjj globetrotter summercamp

What is the most necessary trade anyone needs to have to succeed at blackbelt?

There is no secret, just hard training and having an open mentality to learn from everyone

Just to give our reader an insight in your training week, how often do you train and how do you structure your training (drilling, technique, sparring)?

We train hard at cobrinhas. we do several training sessions a day, drilling sessions before training add some lifting around 3x a week.

You are currently living the jiu jitsu lifestyle. What do you enjoy most about jiu jitsu?

Definitely doing what i love every day, no matter how much it hurts i`m always happy and i also get to travel around the world teaching which is great.

What do you like doing when you are not on the mat or in the gym?

I like going to the beach, skateboarding or whatever i can do outdoors.

What are your goals for the future?

Definitely winning worlds and adcc, that’s my biggest dream and i`m working hard towards that goal.

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Always happy Francisco Iturralde

Some Quick Questions 
Favorite Guard?
spider
Best BJJ Fighter of all time?
terere
Batman or Son Goku?
goku by far, im not a big fan of super heros but i grew up with dbz
Favorite Food?
falafel
Your BJJ Idol?
cobrinha

Thank you very much for the Interview. The last words belong to you. 

I invite everyone to like my page on fb Francisco SINISTRO Iturralde and ig @sinist3rkid im also open for seminars around the world at sinistroiturralde@gmail.com and wensite sinistrobjj.com

Jah bless Osss!