Sun, Sea and JiuJitsu: BJJ in Brasilien, Part 3 [Reiseblog]

Der Trip von Henning Bode aus Bremen (Hardcore Training) geht in die dritte Runde mit Besuchen bei Pedro Duarte & Murilio Bustamante sowie bei Fernando Terere. Viel Spaß mit dem phänomenalen Reiseblog zum Training in Brasilien.

7.1. Rio de Janeiro

Heute ging es mit Pedro Duarte zum BrazilianTopTeam. Wir wurden vor der Haustür abgeholt und es ging durch Ipanema nach Leblon. Der Luxusservice, der mit Pedros Chauffeurdienst begann setzte sich fort, als wir die Trainingsanlage in der sich das BTT befindet sahen. Mehrere Swimmingpools, Restaurant mit Cafe, Frisör, Volleyballhalle, Tenniscourts und sogar eine Bibliothek.
Die Räume des Teams um die MMA-Legende Murilo Bustamante sind mit einem Ring und einer ca 200 Quadratmeter Mattenfläche komplett abgeplant mit rundum gepaddeten Wänden und einem Regal für die Sportsachen der Trainierenden ausgestattet. Sehr funktional und gut in Schuß. Das Beste was ich bisher in Brasilien gesehen habe.
Los ging es mit einer Privateinheit zu Techniken aus der Guard zu Dritt mit Pedro, während Murilo einen anderen Privatschüler unterrichtete. Das Ganze ging dann in lockeres Sparring über. Das zog dann allerdings zügig an, je mehr Lilagurte, Braungurte und Schwarzgurte die Matte enterten. Auffällig war hier viele Jungs mit viel Kraft und Kondition und Englischkenntnissen. Wir haben fast drei Stunden gerollt. Ein Unterschied zu De La Riva würde ich in der stärkeren Wettkampforientierung sehen. Es wurde um jede Position, jeden Sweep und jede Submission hart gekämpft. Wer nicht auf ein paar Schrammen und blaue Flecken vor dem nächsten Strandbesuch steht, ist hier definitiv fehl am Platz. Es wurde mit Leglocks jeder Art gerollt, Reaping the Knee ignoriert-Oldschool pur. Man merkt deutlich den hohen Anteil an MMAKämpfern, die einiges mehr an Stress gewohnt sind. Trotzdem wurde niemand über seine Grenzen belastet und die Leute haben sehr professionell reagiert. Wer glaubt hier im Ex Team von Palhares würde auf Taps nicht reagiert ist falsch gewickelt. Ich bin hier super freundlich aufgenommen worden und freue mich auf weitere Besuche. Wer allerdings es im Urlaub etwas lockerer angehen lassen will, oder auch noch keine Wettkampferfahrung und wenig hartes Sparring hinter sich gebracht hat, könnte hier überfordert sein.
Der Matte mit Limao und das Contra-Filet mit viel Knoblauch im zum Traingscenter gehörenden Restaurant, waren schnell verzehrt und sehr lecker. Das mehrfache Schulterklopfen und die Wiederholung des Arte Suave, werde ich auch nicht so schnell vergessen.
Danke Pedro, danke Murilo, danke BTT!

Kurz-Doku über Fernando Tereré

11.1. Rio de Janeiro

Es gibt viele richtig gute Kämpfer. Egal ob im Boxen, MMA, MuayThai, Ringen oder BJJ. An der Spitze ihrer Gewichtsklassen ist niemand unterwegs, der nicht technisch und körperlich fit ist. Es gibt aber dann noch Kämpfer, die nicht nur durch besondere Moves auffallen, sondern durch ihre positive Einstellung. Das kann man in ihren Kämpfen sehen, nicht nur in Interviews mit ihnen. Manchmal ein bisschen arrogant, manchmal lustig, aber immer mit einem verschmitzten Lächeln. Ich meine Leute wie Ali, Deckers, Sudo, oder Fernando Terere. Und bei dem war ich Gestern zum Training.
Ipanema wird von der Copacabana durch einen sehr steilen Hügelzug getrennt. Auf dem ist eine kleine Favela entstanden. Auf den Hügel, ganz oben ist ein ziemlicher Klotz gebaut worden, in dem sich Rios älteste und beste Boxschule befindet. Zu ihr gelangt man durch einen Aufzug, den Berg hoch. Am Fuße des Aufzugs, befindet sich die Akademie von Terere, vor etwa drei Jahren eröffnet.
Der Raum ist komplett mit Matten ausgelegt, gepadette Wände und keine Klimaanlage bei ca 70 Quadratmetern. Es war heiß, sehr heiß. Das Training begann mit einem viertelstündigen Aufwärmen. Darauf folgte mein bisher anstrengendstes Sparring in Brasilien. Schon vor dem Umziehen war mir aufgefallen wie sauber sich die jungen Weissgurte auf der Matte bewegten. Auf je zwei Trainierende kam je ein Braun- oder Schwarzgurt, der immer wieder Fehler korrigierte. Solch eine Betreuung habe ich vorher noch nicht gesehen. Die Armbars aus der Mount, die die Anfänger zogen, habe ich von manch Fortgeschrittenen schon schlechter gesehen.
Bei mir lief es die ersten beiden Sparringsrunden noch ganz gut. Die Geschwindigkeit beim Rollen war hoch und ich musste mich voll konzentrieren. Konnte mir gegen zwei andere Lilagurte auch meine Taps holen, ging aber viel hin und her. Danach kam dann ein Braungurt der mir mal gezeigt hat, dass ich mich technisch leider nicht in seinem Sonnensystem befinde. Der invertiert, ich reagiere indem ich auch mal eben einrolle und der macht währenddessen mal eben nen Berimbolo draus. Ich hab alle paar Sekunden nicht schlecht gestaunt. Die sieben Minuten kamen mir wie eine Ewigkeit vor.

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Das war aber noch nicht mal annähernd der Gipfel. Fernando hat danach noch ausgiebig die Matte mit mir aufgefeudelt. Ehrlich gesagt habe ich teilweise nicht verstanden, was er gemacht hat, nur dass es verdammt gut funktioniert. Nach anderthalb Stunden rollen, meinte er dann es sei ja Freitag und man solle es nicht übertreiben. Wir haben dann noch ein bis zwei Liter Wasser getrunken und uns unterhalten. Wer von euch mal richtig gutes Wettkampf BJJ-allschool erfahren möchte ist bei Terere goldrichtig. Vom Anfänger, über Fortgeschrittene bis zum Profi, bekommt hier jeder sein passendes Training. Klein, aber sehr fein. Auf der Matte geht es hart und schnell zur Sache, nix für müde Gestalten. Es wird auch viel gelacht und alle waren sehr aufmerksam und freundlich.
So und nun das Beste zum Schluss: Fernando Terere wird Ende April, wenn es denn klappt, nach Deutschland kommen. Wer Interesse hat, das grinsende Ausnahmetalent auf seiner Matte zu haben wende sich bitte an mich. Ihr müsst also nicht nach Brasilien-wenn ihr bei ihm trainiert, wollt ihr allerdings bestimmt gleich einen Flug buchen….ach und schaut euch die Euros in Lissabon an, er tritt dieses Jahr wieder an.

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